Die meisten Unternehmer, die zu uns kommen, hatten vorher schon eine Agentur. Und fast alle erzählen dieselbe Geschichte: Am Anfang war es toll, dann wurde es still, dann kamen Rechnungen für Dinge, die niemand verstand, und am Ende wusste keiner mehr, wem die Website eigentlich gehört. Das Erstaunliche: Die Anzeichen waren von Anfang an da. Man muss nur wissen, worauf man achtet.
Was eine gute von einer schlechten Agentur unterscheidet
Nicht das Portfolio. Nicht die Größe, nicht die Preise, nicht die Auszeichnungen. Der Unterschied liegt darin, ob die Agentur dein Geschäft verstehen will oder ihr Produkt verkaufen will. Eine Agentur, die dein Geschäft verstehen will, stellt Fragen, bevor sie Vorschläge macht. Eine Agentur, die ihr Produkt verkaufen will, hat den Vorschlag schon in der Tasche, bevor du den Mund aufgemacht hast. Alles andere folgt daraus.
Im ersten Gespräch
1. Wer redet mehr? Wenn die Agentur im Erstgespräch mehr redet als du, hat sie dir nicht zugehört, sondern präsentiert. Ein gutes Erstgespräch fühlt sich an wie ein Arztbesuch, bei dem der Arzt erst untersucht und dann etwas sagt. Nicht umgekehrt.
2. Fragt sie nach deinen Kunden? Wer deine Kunden nicht kennt, kann für sie nichts machen. Eine ernsthafte Agentur will wissen, wer bei dir kauft, warum, und wer nicht. Wenn stattdessen nur über Logo, Farben und „Look and Feel“ gesprochen wird, läuft es falsch herum.
3. Sagt sie auch mal Nein? „Das brauchst du nicht“ ist der wertvollste Satz, den eine Agentur sagen kann. Wer zu allem Ja sagt, verkauft alles, was du bestellst, und nichts davon muss funktionieren.
4. Gibt es ein Angebot, das du verstehst? Wenn du nach dem Lesen des Angebots nicht in zwei Sätzen sagen kannst, was du bekommst und was es bringt, ist das kein Zufall. Unklarheit im Angebot wird zu Unklarheit in der Rechnung.
Im ersten Monat
5. Wem gehören die Zugänge? Domain, Hosting, Website, Werbekonten, Social-Media-Profile: Alles muss auf deinen Namen laufen, mit deinem Zugang. Eine Agentur, die „das für dich verwaltet“ und dir keinen Zugang gibt, hält dich fest. Das merkst du spätestens beim Wechsel, und dann ist es teuer.
6. Verstehst du die Berichte? Ein Bericht mit vierzig Kennzahlen, von denen du keine einordnen kannst, ist kein Bericht, sondern ein Beweis, dass gearbeitet wurde. Ein guter Bericht beantwortet drei Fragen: Was haben wir gemacht, was hat es gebracht, was machen wir als Nächstes.
7. Wer ist dein Ansprechpartner? Wenn die Person, die im Erstgespräch so gut zugehört hat, nach Vertragsschluss nie wieder auftaucht, war das Zuhören Vertrieb. Frag vorher, wer die Arbeit macht und wer erreichbar ist, wenn etwas brennt.
8. Wie schnell kommt eine Antwort? Nicht die Lösung, die Antwort. „Haben wir gesehen, melden uns morgen“ innerhalb eines Tages ist ernst nehmen. Drei Tage Stille auf eine einfache Frage ist das Gegenteil, egal was im Vertrag steht.
Im laufenden Betrieb
9. Wird nachgefragt oder nur geliefert? Eine Agentur, die dich ernst nimmt, fragt nach einem halben Jahr: Was hat sich bei euch verändert? Neue Produkte, neue Kunden, neue Leute? Eine Agentur, die nur liefert, schickt weiter die Posts, die vor einem Jahr mal abgestimmt wurden.
10. Kannst du gehen? Die Probe aufs Exempel: Frag, was passiert, wenn du kündigst. Bekommst du alles mit, Dateien, Zugänge, Inhalte, ohne Nachverhandlung? Wenn die Antwort ausweicht, hast du die Antwort.
Wenn mehrere Punkte zutreffen
Zwei oder drei davon hat fast jede Zusammenarbeit mal, auch mit uns. Das ist kein Grund zu wechseln, sondern ein Grund zu reden. Sag der Agentur konkret, was fehlt: ein verständlicher Bericht, ein fester Ansprechpartner, die Zugänge. Eine gute Agentur ändert das innerhalb von zwei Wochen. Eine schlechte erklärt dir, warum das nicht geht.
Bei fünf oder mehr Punkten ist Reden meist vorbei. Dann geht es darum, sauber rauszukommen: erst die Zugänge sichern, dann kündigen, nicht umgekehrt. Wie man danach wieder Vertrauen zu einer Agentur fasst, haben wir in einem eigenen Beitrag beschrieben, aus unserer Sicht, denn wir sitzen oft auf der anderen Seite dieses Gesprächs.
Und falls du gerade eine Agentur suchst: Nimm diese Liste mit ins Erstgespräch. Eine Agentur, die bei den zehn Punkten nervös wird, hat dir gerade etwas gezeigt. Eine, die sagt „gute Liste, Punkt fünf ist bei uns so geregelt“, kannst du anrufen. Auch uns. Was wir als Agentur in Kassel anders machen, haben wir aufgeschrieben, Punkt für Punkt. Wenn es um Sichtbarkeit bei Google geht: So arbeiten wir als SEO-Agentur in Kassel.
